EMA-Gespräche
Jordanien - Stellung im Nahen Osten?
Hamburg, den 17. August 2009
Jordanien, bis 1918 noch ein zum osmanischen Reich zugehöriges Gebiet, wurde 1921 gegründet und stand vom Zeitpunkt der Gründung bis 1946 unter britischer Herrschaft. Seit der Gründung Israels sah sich das rohstoffarme Land trotz schwacher Volkswirtschaft gezwungen, einen Großteil seiner Ressourcen in Militär und Rüstung zu investieren, um seine Existenz und Sicherheit zu wahren, was zwangsläufig zu einer Vernachlässigung des sozioökonomischen Sektors führte. Dieses Problem wurde durch hundertausende palästinensischer Flüchtlinge, die nach Jordanien kamen, zusätzlich verstärkt.
Noch unter britischer Führung gelang es, große Teile Palästinas zu erobern, die jedoch, nachdem sich Jordanien 1946 von England unabhängig erklärt und sich 1952 die bis heute gültige Verfassung gab, im Krieg zwischen Israel und den arabischen Staaten 1967 wieder verloren gingen.
Auch in der folgenden Zeit war Jordanien durch den israelisch-arabischen Konflikt gekennzeichnet, bis 1994 ein Friedensvertrag zwischen Israel und Jordanien geschlossen wurde. Seither kann sich das Land verstärkt anderen Problemen, wie dem Wasser- und Rohstoffmangel, der Frage der Energiegewinnung und dem starken Drogenkonsum und –Handel widmen. Die Beziehungen zu den europäischen Staaten waren schon immer freundschaftlich und nach wie vor engagiert sich Jordanien erfolgreich für ein gutes Verhältnis zu Europa.
Die Geschichte Jordaniens und seiner Beziehungen zu seinen Nachbarn und den europäischen Staaten sowie die aktuelle politische und soziale Lage des Landes wurden von Prof. Dr. Abdulmajid al-Shannag in seinem Vortrag dargestellt. Prof. Dr. Abdulmajid al-Shannag lehrt Moderne Geschichte an der University of Jordan. Schwerpunkte seiner Forschung sind die internationalen Beziehungen zwischen Deutschland und den Arabischen Staaten am Beispiel von Jordanien, dem Irak, Saudi-Arabien und Israel.
Professor Dr. Abdelmajeed al-Shannag lehrt Moderne Geschichte an der University of Jordan in Amman und ist derzeit für einen Forschungsaufenthalt in Hamburg. Seine Schwerpunkte sind die Internationalen Beziehungen zwischen Deutschland und den Arabischen Staaten am Beispiel von Jordanien, dem Irak, Saudi-Arabien und Israel. Unter anderem hat Professor al-Shannag zwei Bücher herausgegeben, die sich mit der Geschichte Jordaniens und den interarabischen Beziehungen im Lichte der jordanisch-syrischen Beziehungen in den Jahren von 1946 bis 1976 befassen.



