Über die EMA

Geleitwort

Die EMA-Region besteht aus der Bundesrepublik Deutschland, den am Barcelona Prozess beteiligten südlichen Mittelmeeranrainerstaaten und den weiteren Mitgliedstaaten der Arabischen Liga. Sie verfügt über eine Gesamtbevölkerung von mehr als 500 Millionen Menschen und entwickelte im Jahre 2008 ein reales Wirtschaftswachstum von bis zu 10%.

Die EMA-Region – Deutschland ausgenommen – ist eine der am stärksten wachsenden Wirtschaftsregionen der Welt. Dies geht nicht nur auf die enorme Steigerung der Energiepreise auf dem Weltmarkt zurück, sondern vor allem auf die in allen Ländern durchgeführten Modernisie-rungs- und Wirtschaftsreformen sowie auf die handelspolitische Öffnung der Region in den letzten zehn Jahren. Dazu gehört der Abschluss zahlreicher bi- und multilateraler Freihandelsabkommen.

Von diesem Wachstum profitierten der asiatische Raum, die USA und einige europäische Staaten. Sowohl bei der Vergabe von Aufträgen für Großprojekte als auch bei der Tätigung von Direktinvesti-tionen in der Region entfiel auf Deutschland nur ein verhältnismäßig kleiner Prozentsatz. Dabei verfügt Deutschland über Standortfaktoren, die im internationalen Wettbewerbsranking sehr gut positioniert sind.

Für deutsche Unternehmer spielen die EMA-Länder bislang nur eine untergeordnete Rolle. Dabei gäbe es genügend Gründe für eine verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit: die hohe Rentabilität von Direktinvesti-tionen, die geographische Nähe zu Europa und die vielfältigen Koopera-tions- und Assoziierungsabkommen zwischen der EU und den EMA-Ländern.

Für das geringe deutsche Engagement und Interesse gibt es kaum nach-vollziehbare Gründe. Argumente wie die hohen Transaktionskosten, die geringe Marktgröße, die ungünstige Sicherheitslage und die damit verbundenen Investitionsrisiken verlieren ihre Grundlage, wenn man die Aktivitäten deutscher Investoren mit denen anderer Wirtschaftsmächte vergleicht. Denn diese Risiken schrecken asiatische und amerikanische Unternehmer nicht ab.

Der geringe Austausch zwischen Deutschland und den Ländern der EMA-Region erklärt sich vor allem durch einen Mangel an kompetenten Interessensverbänden und professionellen Wirtschaftsnetzwerken sowie durch zu geringe persönliche Kontakte und Beziehungen zu den Akteuren der Region.

Deutschland verfügt in den Ländern der EMA-Region über ein hohes politisches Ansehen, da es im Unterschied zu anderen europäischen Staaten in dieser Region keine Kolonialgeschichte hat. Ein zweiter Faktor ist der hohe Qualitäts- und Servicestandard deutscher Produkte und Leistungen. "Made in Germany" ist in der gesamten EMA-Region ein Gütesiegel für hochwertige Produkte. Als weiterer Faktor fördern kulturelle Beziehungen das gegenseitige Verständnis für Unterschiede und Gemeinsamkeiten, so dass kulturelle Beziehungen persönliche Begegnungen ermöglichen.

Die drei genannten Faktoren – politisches Kapital, hohe Qualitäts-standards, intensive kulturelle Beziehungen – machen Deutschland für die Mitgliedstaaten der EMA-Region, insbesondere die arabischen Staaten, zu einem Wunschpartner. Politiker und Wirtschaftsverbände sind herausgefordert, die Nutzung dieser Potentiale unterstützend zu begleiten. Dies ist bisher nur unzureichend geschehen. Genau hier sieht die EMA ihre Hauptaufgabe.