Hamburger Wirtschaftstage
Hamburger Wirtschaftstag Oman
Termin: 29. März 2010
Ein transparentes Rechtssystem, internationale Finanzstandards und eine weitsichtige Geschäftsregulierung ziehen Investitionen an. Die omanische Volkswirtschaft ist traditionell in hohem Maße abhängig von den Einkünften aus dem Erdölexport. Die Ausfuhr von ca. 600.000 Barrel Öl/Tag ermöglichte dem Oman mit seinen 3,3 Millionen Einwohnern Pro-Kopf-Einnahmen aus dem Ölgeschäft, die annähernd die Größenordnung Saudi-Arabiens erreichten.
Dabei soll die Fördermenge nicht etwa gedrosselt, sondern der Fokus verstärkt auch auf andere Wirtschaftszweige gelegt werden, was deutschen Unternehmen große Investitionspotentiale eröffnet. Die Petrochemie- und Stahlindustrie werden mit hohen Staatsinvestitionen zu Omans Zukunftsbranchen ausgebaut. Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei sind traditionell wichtige Wirtschaftszweige im Oman, aus der heute 66% der Bevölkerung ihr Einkommen beziehen. Die meisten Lebensmittelhersteller exportieren 60% ihrer Produktion.
Die institutionellen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für unternehmerisches Engagement deutscher Investoren im Oman sind dabei denkbar günstig. Abkommen über die wirtschaftliche und industrielle Zusammenarbeit, Investitionsförderverträge sowie Luftverkehrs und Doppelbesteuerungsabkommen haben bereits zum Aufbau einer leistungsfähigen Infrastruktur im Land beigetragen und ein beachtliches Vertrauenskapital geschaffen.
Hinzu kommen eine Freihandelszone Salalah und eine Wirtschaftsförderzone in Sohar, die Zugang zu den Märkten von Nahost, Ostafrika und den Anrainerstaaten des indischen Ozeans bieten. Seit dem Jahr 2000 ist der Oman Mitglied der WTO. Im Zuge entsprechender Reformen schuf das Sultanat erhebliche Investitionserleichterungen für Ausländer, großzügige Subventionen und Steuervorteile bieten Investoren zusätzliche Anreize.
Die omanischen Direktimporte aus Deutschland beliefen sich im Jahr 2007 auf ein Rekordniveau von 552 Mio. Euro. Von staatlichen Investitionen, Modernisierungspolitik und umfassenden Privatisierungsmaßnahmen sind in erster Linie Industrie- und Infrastrukturprojekte, die Tourismusbranche, sowie die Sektoren Bildung und Umwelt betroffen: Seid 1996 erreichen Omans Öl-unabhängige Exporte Wachstumsraten von jährlich 20%. Dieser Sektor wuchs 2007 um 58% auf 3.3 Milliarden Dollar, gegenüber dem Vorjahr mit 2.1 Milliarden Dollar. 2008 erwirtschaftete der Oman, trotz weltweiter Rezession, 5.1 Milliarden Dollar außerhalb des Ölsektors.
Im Jahr 2010 könnten diese Exporte auf 7 Milliarden Dollar steigen. Industrie- und Infrastrukturprojekteumfassen vor allem die gezielte Errichtung von Industriegebieten um eine einheimische Güterproduktion aufzubauen. Die Schwerpunkte der industriellen Aktivitäten liegen unter anderem bei Raffination und petrochemischer Fertigung. Infrastrukturelle Maßnahmen betreffen den Ausbau der Verkehrsanbindungen und der Strom-, Gas-, und Wasserversorgung, sowie Hafen- und Flughafenbau.
Die Tourismusbranchenimmt in den omanischen Entwicklungsplanungen einen wichtigen Platz ein, da neben Deviseneinkünften auch Arbeitsplätze für junge Omanis geschaffen werden sollen. Bis 2020 soll der Anteil des Tourismus am BIP 3 % betragen, schon heute stellen deutsche Reisende das zweitgrößte Kontingent aus Europa.
Das Bildungswesennimmt im Oman einen übergeordneten Stellenwert ein. Der Staat stellt daher finanzielle Mittel in erheblichem Umfang zur Verfügung. Auf dem Gebiet der Facharbeiterbildung, der beruflichen Qualifizierung sowie des Hochschulwesens ergeben sich eine Vielzahl von Kooperations- und Investitionsmöglichkeiten, etwa in die 1.053 staatlichen und 169 privaten Schulen oder die insgesamt 18 Hochschulen des Landes.
Der Umweltschutz wird ebenfalls umfassend staatlich gefördert und bietet innovativen Investoren damit umso mehr langfristige Renditemöglichkeiten. Wachsender Handlungs- und Investitionsbedarf besteht beim Schutz der Wasservorkommen, beim Küsten- und Naturschutz sowie im Bereich Waste-Management. Seit 2007 gibt es ein neu eingerichtetes Umweltministerium, womit das Ziel unterstützt wird Omans Wirtschaft in Zukunft grün und CO2 arm zu machen. Oman ist zudem diversen internationalen Umweltschutzabkommen beigetreten.



